Tierischer Besuch

Weiter gehts zum South Luanga Nationalpark, wo ich  mich den Touris anschließen und auf Safari gehen will. Direkt am Eingang suche ich mir einen Campingplatz und auf den letzten Metern werde ich noch von einer Elefantenkuh verfolgt. Ihr Junges war auf der linken Seite der Straße und sie auf der anderen, und als ich dazwischenfuhr gabs erst einen bösen Blick, gefolgt von einem lauten Trompeten und einem Sturmangriff. Da hab ich mächtig Schiß bekommen und voll in die Pedale getreten bis ich um die Kurve aus dem Blickfeld verschwunden bin. Das war der erste "Wake Up Call".
In ganz Afrika und vor allem in den letzten Tagen wurde ich ständig gewarnt und gefragt ob ich keine Angst vor wilden Tieren hätte, worauf ich immer standartmäßig antwortete: Ich wäre froh welche zu sehen!
Diese einfältige Meinung hat sich inzwischen gründlich geändert.
Am meisten gefürchtet sind hier die Elefanten und Krokodile, welche für die meisten Unfälle verantwortlich sind. Vor allem...

ACHTUNG ELEFANT!! BLEIB SITZEN!!

Grad in diesem Moment läuft hier wieder ein großer Elefantenbulle keine fünf Meter an mir vorbei was mich schleunigst dazu veranlaßt meine Essenssachen zu packen und in Deckung zu gehen. Eine zweite Plünderung innerhalb von 24 Stunden wäre schwer zu verkraften. Und mein Fahrrad erst, das hat genug gelitten...


Gestern abends nach Dinner saß ich noch gemütlich am Feuer als plötzlich mein Franzosenfreund angestürmt kommt und ruft das ein Elefant sich an meinen Sachen zu schaffen macht! Ich will's nicht wahrhaben und lauf so schnell wie möglich zu meinem Zelt, im Geiste sehe ich mein Fahrrad schon platt wie'ne Briefmarke. Dort angekommen sind grad vier Elefanten dabei mein Fahrrad mitsamt den Taschen auseinanderzunehmen. Das Beste ist du kannst nichts machen, wenn du ihnen zu nahe kommst gehen sie in Angriffsstellung. Die Wächter stehen nur rum und machen Husch Husch. Wo ist die Kanone? Das gute Fahrrad liegt niedergetrampelt am Boden und meine Küchentasche wird bis auf den letzten Krümel leergeräumt. Außer den Knoblauch und Pfeffer, den mögen sie wohl nicht.
Nach ein paar Minuten ist nichts mehr über und sie ziehen weiter, um den Zaun rum zum nächsten Campingplatz. Endlich kann ich zu meinem Fahrrad, daß auf den ersten Blick nicht allzu schlimm aussieht. Das meiste hat der Gepäckträger abbekommen und der Hinterbau ist leicht verbogen. Die Felge eiert zum Glück auch nicht katastrophal, es hätte viel schlimmer kommen können. Am meisten schmerzt mich der Surly - Rahmen, den hab ich richtig liebgewonnen. Tubus bietet 30 Jahre Garantie mit weltweitem Austauschservice auf ihre Gepäckträger, vielleicht sollte ich da mal ganz zaghaft um Ersatz bitten?

Das war "Wake Up Call" Nummer zwei.

Eigentlich hatte ich vor eine Abkürzung durch den Busch zu nehmen, aber man hat mich mehrmals vor den zahlreichen Elefanten dort gewarnt und da ich ein vernünftiger Mensch bin werde ich jetzt diesem Rat folgen und die Hauptstraße nehmen :)